Wo mechatronische Präzision
auf unsichtbare Details trifft
Ein transparenter Blick hinter die Kulissen: Von eigener Studio-Hardware über kundenspezifische Prüfstände bis hin zur feingliedrigen Material-Restaurierung.
Proprietäre Produktions-Hardware
Eigenentwickelte Sonderlösungen für den täglichen Einsatz in unserer Videoproduktion.
Motorisierte Rollei-Linearführung (Slow-Drive V1)
1. Problemstellung & Analyse der Basis-Hardware
Der serienmäßige Rollei-Makroschlitten bietet zwar eine leichte Aluminium-Bauweise und Arca-Swiss-Kompatibilität, besitzt jedoch mit 14 mm Hub pro Umdrehung eine sehr steile Spindelsteigung. Bei manueller Kurbelbedienung im Makrobereich (1:1 bis 1,5:1) führen Handunruhe und das konstruktionsbedingte Lagerspiel zu sichtbaren Mikrowacklern im Video. Zudem fehlt der Serienmechanik eine Selbsthemmung bei geneigtem Stativaufbau.
2. Mechatronische Lösung & Konstruktion
- Direktgeflanschter Schneckenantrieb: Demontage des Kurbelhebels und formschlüssige Ankopplung eines 370 WG DC-Schneckengetriebemotors (6 RPM bei 6V, Untersetzung 1:927) in einem gepassten Schutzgehäuse. Die integrierte Schnecken-Kupferturbine sorgt für eine 100%ige Selbsthemmung – das Kamerasystem hält auch ohne Strom absolut positionstreu.
- Führungsjustage: Exaktes Nachstellen der seitlichen Führungs-Inbusschrauben der Rollei-Schiene zur Minimierung des verbleibenden Spiels um die vertikale Achse.
- Elektromechanische Endlagen-Sicherung: Zwei 3-Pin Mikro-Endschalter (Arbeitskontakt mit Scharnierhebel) trennen bei Erreichen der Schienenenden automatisch die Stromzufuhr und verhindern Getriebeschäden.
- Analoge 2-Schalter-Steuerung: Schalter 1 regelt die Polwendung (Vor-/Rücklauf). Schalter 2 steuert den Betriebsmodus (Langsam / Schnell / Stop mit Mittelstellungs-Nullpunkt).
- Energieversorgung: Auslegung auf 5V DC für den unkomplizierten Betrieb an handelsüblichen USB-Powerbanks.
3. Praxiseinsatz & Leistungsgrenzen
Der Umbau eliminiert manuelle Zitterbewegungen komplett und erlaubt flüssige, gleichmäßige Slow-Motion-Fahrten im Abbildungsmaßstab von 1:1 bis 1,5:1. Bei noch höheren Vergrößerungsmaßstäben werden die mechanischen Toleranzen der Führungsschiene sichtbar, weshalb das System gezielt für diesen optimierten Bereich im EBH-Studio eingesetzt wird.
Mechatronische Messgeräte & Prototyping
Dokumentierte Entwicklungen und kundenspezifische Aufbauten aus unserem Labor.
Entkoppelter Timegrapher-Messstand (Acoustic-Pickup V1)
1. Problemstellung & Akustische Analyse
Mechanische Uhrwerke erzeugen sehr leise, hochfrequente Ticksignale. Herkömmliche Messstative übertragen Tischvibrationen und Raumschall ungefiltert auf den Aufnehmer. Bei digitaler Auswertungssoftware führt dies zu verzerrten Messsignalen und fehlerhaften Werten bei Gangabweichung (s/d), Amplitude und Abfallfehler.
2. Mechatronische Konstruktion & Komponenten
- Direkte Signalabnahme: Hochempfindlicher Piezo-Aufnehmer mit eingepasstem Messing-Kontaktstift zur verlustfreien Körperschall-Übertragung direkt vom Uhrengehäuse.
- Zweigeteilte TPU-Dämpfungsstruktur: Der Sockel entkoppelt den Messaufnehmer über elastische TPU-Puffer mechanisch von der Tischoberfläche, um Trittschall und Raumresonanzen zu absorbieren.
- Formstabiles Gehäuse: PETG-Hauptgehäuse im FDM-Druck mit integrierter Zugentlastung für das Signal-Kabel und rutschfesten Standfüßen.
- Signalabschirmung: Gezielte Kabelabschirmung zur Unterdrückung elektromagnetischer Einstreuungen aus der Werkstattumgebung.
3. Praxisergebnis & Genauigkeit
Der Messstand liefert ein extrem rauscharmes Audiosignal. Selbst feine Hemmungsgeräusche werden sauber getrennt, was verlässliche Oszillogramme und präzise Justagen mechanischer Automatikwerke ermöglicht.
Material-Restaurierung & Objektpräparation
Dokumentierte Prozesse zur Säuberung, Freilegung und Aufarbeitung von Mineralien, Uhrwerken und Feinstrukturen vor der Kamera.
Präparation von Mineralien & Feinmechanik
1. Problemstellung & Vorbereitung
Mikroskopische Staubpartikel, Oxidschichten oder Verharzungen werden im extremen Makro-Abbildungsmaßstab sofort als störende Makel sichtbar. Um im fertigen Film eine entspannende und astreine Visualisierung zu erreichen, müssen Objekte vor dem Dreh feingliedrig aufbereitet werden.
2. Handwerkliche & Technische Schritte
- Schonende Tiefenreinigung: Auswaschen von Partikeln und Einschlüssen aus feinsten Kristallspalten (z. B. bei Amethysten) mittels modifizierter Ultraschallbäder.
- Feinmechanische Revision: Fachgerechtes Zerlegen, Reinigen und Ölen historischer Uhrwerke zur Wiederherstellung flüssiger Unruh- und Zahnradbewegungen.
- Oberflächenkonditionierung: Gezielte Beseitigung störender Fette und Freilegung von Facetten für ideale Lichtfahrten im Studio.
3. Wirkung & Synergie mit dem Film
Während der Aufarbeitungsprozess selbst als faszinierende Handwerks-Dokumentation dient, garantiert das makellose Endergebnis die vollkommene Entschleunigung in den finalen Macro-Slow Filmen.
Fragen zu unseren Entwicklungen?
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